Der Doppeldecker Bus ~ Eine Geschichte

Ich dachte, ich sehe eine Fata Morgana:

Was macht ein roter Doppeldecker Buss in einem kleinen deutschen Dorf?
Er kam langsam an mir vorbei auf dem Weg zur Schule. Eine Frau mittleren Alters saß auf der Fahrerseite. Sie sah sich um, als ob sie nach dem Weg suchte. Ihr schwarzes Haar stand in alle Richtungen und ich konnte nicht erkennen, ob das so gewollt war oder ob es sie einfach nicht kümmerte.

Ein dünner Junge in meinem Alter stand an ihrer Seite und sprach zu ihr. Es sah so aus, als ob er sie ermutigte. Sie hielten an und ein Mädchen ein bisschen aelter als ich am die Treppe runter. Was machten sie hier? Eine private Schulbus “Lieferung”?

Ich hatte aber keine Zeit herumzustehen und mich zu wundern. Mein brauner Lederranzen fühlte sich schwer an an meiner Seite. Ich hielt ihn mit meinen Händen hoch und ging weiter. Die anderen waren schon im Schulhof. Ich konnte sie weiter oben an der Straße sehen wie sie mit den Fingern auf dem Bus zeigten.

Der hatte wieder zu fahren begonnen. Ich konnte die Angst auf dem Gesicht der Frau sehen. Und ich sah die anderen auf den kleinen Süßigkeitenladen zeigen, der auf der rechten Seite des Busses war. Eine Straße führte zwischen Schule und Laden entlang und es sah so aus, als ob der Bus in diese Richtung fahren wollte.

Wie soll sie das machen? Die Kreuzung war klitzeklein und da war eine Birke auf meiner Seite der Straße. Ihre Zweige kratzten am Bus entlang und brachen fast. Der Besitzer der Autowerkstatt unter der Birke kam raus und zeigte wie wild auf den Bus und die Birke.

Oh, gut, sie hat es geschafft, aber der Bus hielt wieder an diesmal vor dem Süßigkeitenladen. Ich hörte Schüsse.

Ich rannte die Straße hoch wie eine Verrückte. Die anderen versammelten sich an der Grassboeschung neben dem Schulhof, die zur Straße runterging. Schreie. Sirenen. Der Werkstattbesitzer rann über die Straße. Als ich ankam und um die Ecke rannte, rannte ich ihn fast um.

Ich sah um ihn herum und da war die schwarzhaarige Frau, die sich über den Jungen lehnte, der wie eine jüngere Version von ihr selber aussah. Sie hatte ihre Hände an ihrer Seite, die Blut ueberstroemt war. Ich bemerkte, dass überall Blut war. Das Mädchen hatte den Kopf des Jungen in ihrem Schoss. Sie weinte. Ich hörte sie schluchzen: “Bitte geh nicht, Johannes, Bitte geh nicht.

Aber die Frau streichelte ihr über die Haare, lehnte sich über den Jungen und sagte: “Sohn, wir gehen jetzt und treffen einen großartigen Freund.”

Dann fiel sie tod an seine Seite.


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